Kurt Lettow neben einer seiner bildhauerischen Arbeiten

Kurt Lettow

Bildhauer

1908-1992

Über die Grenzen Bremens hinaus

Ein Leben zwischen Holz, Stein, Licht und Erinnerung.

Hommage und Wiederentdeckung

Diese Website ist dem Bildhauer Kurt Lettow gewidmet - einem Künstler, dessen Werk weit über Bremen hinausreicht und heute neu entdeckt, dokumentiert und sichtbar gemacht wird.

Kurt Lettow wurde 1908 in Bremen geboren und starb 1992 an seinem Geburtstag, dem 24. April. Sein Werk entstand aus handwerklicher Präzision, künstlerischer Reduktion und einer tiefen Beziehung zum Material.

Holz, Stein, Ton, Keramik, Glas, Metall und Licht wurden für ihn zu Formen einer stillen, eindringlichen Sprache.

Werk von Kurt Lettow im architektonischen Raum
Detail einer bildhauerischen Arbeit von Kurt Lettow
Archivdokument zum Lebenswerk von Kurt Lettow

Das Werk der Erinnerung

Das Werk blieb.

In Kirchen, Schulen, Plätzen und Erinnerungen.

Als Julia van Wilpe im Sommer 2010 in Costa Rica von den Abrissplänen einer Kirche in Bremerhaven erfuhr - und davon, dass ein großes Relief ihres Vaters verschwinden sollte - begann eine Suche.

Aus diesem Moment entstand der Wunsch, die erhaltenen Werke Kurt Lettows aufzuspüren, zu fotografieren, zu ordnen und sichtbar zu machen. Eine Reise durch Städte und Dörfer Norddeutschlands begann: zu Kirchen, Schulen, Plätzen, Portalen und majestätischen Wandreliefs.

BremerhavenNorddeutschlandKirchenSchulenPlätzePortaleWandreliefsDokumentation

Biografie

Ein Leben zwischen Handwerk, Kunst und öffentlichem Raum.

Ausbildung, erste Aufträge, Neubeginn und ein Werk, das weit über Bremen hinaus sichtbar wurde.

Frühe Jahre

Ausbildung und erste Ateliers

Bremen

Nach der Schule arbeitete Kurt Lettow zunächst ein Jahr lang in einer Fabrik. Danach absolvierte er eine vollständige Holzbildhauerlehre, erlernte auch den Steinmetzberuf und übernahm später die Leitung einer Steinmetzfirma.

An der Kunstgewerbeschule in Bremen begegnete er Rebecka Meyer-Sprengel, seiner späteren Ehefrau. Bald machte er sich selbständig. Sein erstes Atelier befand sich in der Bührenstraße Nr. 2; später konnte er in das Atelier Nr. 9 in der Böttcherstraße einziehen.

Werkstatt und Ausbildung von Kurt Lettow
Auftrag

Der erste große Auftrag

1930-1931

Der erste große Auftrag kam 1930, als Lettow 22 Jahre alt war: ein Orgelprospekt aus Lindenholz für die St. Ulrichkirche in Halle, mit sechs Figuren und Ornamentik.

1931 folgte ein überlebensgroßes Kruzifix für den neuen katholischen Friedhof in Delmenhorst, danach eine lebensgroße heilige Elisabeth für das Arbeitsamt in Vechta sowie weitere Aufträge und Restaurierungen.

Frühe bildhauerische Arbeit von Kurt Lettow
Neubeginn

Krieg, Rückkehr und Neubeginn

1940er Jahre

Kurz vor dem Krieg konnte Kurt Lettow sein Haus mit Atelier in Bremen-Oberneuland fertigstellen. Dann wurde er eingezogen, geriet in englische Gefangenschaft und kehrte Ende 1945 krank zurück.

Existenz und Atelier mussten neu aufgebaut werden. Die ersten Aufträge nach dem Krieg kamen von katholischen Kirchen in Delmenhorst, Düsternort, Cloppenburg, Vechta und Oldenburg - und aus Bremen, wo Schulen und evangelische Kirchen wieder aufgebaut wurden.

Atelier und Neubeginn von Kurt Lettow in Bremen-Oberneuland
Lebenswerk

Ein Werk in Norddeutschland

Nach 1945

Bald wurde Kurt Lettow weit über Bremen hinaus bekannt. Seine religiösen und weltlichen Werke sind im ganzen norddeutschen Raum zu finden - in Kirchen, Schulen, öffentlichen Gebäuden, auf Plätzen und in privaten Sammlungen.

Mit großer Ausdruckskraft und handwerklichem Können arbeitete er unermüdlich in unterschiedlichen Materialien: Ton, Holz, Stein, Keramik, Sgraffito, Emaille, Mosaik, Gips, Glas und Metall. Besonders deutlich wird sein Gespür für Relief, Raum und Architektur: seine Werke entfalten ihre Wirkung nicht isoliert, sondern im Dialog mit dem Ort.

Werk von Kurt Lettow im norddeutschen Raum

Die Sprache der Form

Vom erzählerischen Detail zur reduzierten Präsenz.

In den 1930er Jahren experimentierte Kurt Lettow mit unterschiedlichen Formen und Motiven, zwischen naturalistischer und expressiver Darstellung.

Typisch für die Nachkriegszeit wurden vergrößerte Köpfe und ausdrucksstarke, große Augen ohne Iris und Pupille. Die Figuren und ihre Attribute blieben detailreich, doch ihre Formensprache wurde zunehmend vereinfacht.

Ob in Keramik, Holz, Stein oder Emaille, ob als Sgraffito, Plastik oder Relief: Lettow entwickelte eine Sprache, in der narrative Details nach und nach zurücktraten und die Figuren stärker für sich selbst standen.

Detail einer bildhauerischen Arbeit von Kurt Lettow

Zeitleiste

Stationen eines Lebens und Werkes.

Eine verdichtete Chronologie von Ausbildung, Werk, Neubeginn und Wiederentdeckung.

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  1. Geburt in Bremen

    Kurt Lettow wird in Bremen geboren.

  2. Erster großer Auftrag

    Mit 22 Jahren erhält er seinen ersten großen Auftrag: einen Orgelprospekt aus Lindenholz für die St. Ulrichkirche in Halle.

  3. Weitere frühe Arbeiten

    Es folgen ein überlebensgroßes Kruzifix für den neuen katholischen Friedhof in Delmenhorst und weitere Arbeiten.

  4. Rückkehr und Neubeginn

    Nach Krieg und Gefangenschaft kehrt Lettow krank zurück. Existenz und Atelier müssen neu aufgebaut werden.

  5. Kirchen, Schulen, öffentliche Räume

    Neue Aufträge entstehen für Kirchen, Schulen und öffentliche Räume in Bremen und im norddeutschen Raum.

  6. Familiengeschichte

    Seine Tochter Julia verlässt das Elternhaus, um Architektur zu studieren. Später führen Familienreisen nach Costa Rica und Mittelamerika.

  7. Tod am Geburtstag

    Kurt Lettow stirbt am 24. April, seinem Geburtstag, im Alter von 84 Jahren.

  8. Der Beginn der Suche

    Julia van Wilpe erfährt in Costa Rica von den Abrissplänen einer Kirche in Bremerhaven und dem gefährdeten Relief ihres Vaters. Die systematische Suche nach den erhaltenen Werken beginnt.

  9. Ausstellung und Buch

    Die Ausstellung "Nachkriegskirchenkunst Ästhetik: Lettow" wird in der Kulturkirche St. Stephani in Bremen gezeigt. Begleitend erscheint das Buch über sein Lebenswerk.

Familienarchiv als Platzhalter für die Dokumentation des Werkes von Kurt Lettow

Across generations

Von Bremen nach Costa Rica, von der Erinnerung zur Dokumentation.

Als Julia van Wilpe später nach Costa Rica zog, blieben die Reisen nach Mittelamerika Teil der Familiengeschichte. Doch die Spur des Werkes führte sie immer wieder zurück nach Norddeutschland - zu Kirchen, Schulen, Plätzen und Wandreliefs ihres Vaters.

Aus der Distanz entstand ein neuer Blick: auf das Atelier, die Modelle, die Fotografien und die Orte, an denen das Werk weiterlebt.

Platzhalter für eine Atelieraufnahme oder ein Porträt von Kurt Lettow

Das Atelier

In meinen jungen Jahren war das Bild meines Vaters in seinem weißen Arbeitskittel Teil des täglichen Lebens.

Sein Arbeitszimmer und das große, helle Atelier mit Blick in den weitläufigen Garten, auf Teich, Rhododendron und Wald, sind bis heute Teil unseres Hauses Am Querkamp in Bremen-Oberneuland.

Hier roch es nach Holz, feuchtem Ton, Gips und Tabakrauch. Es gab Drehböcke, Staffeleien, Arbeitsbänke, Tonkisten, eine Arbeitswand aus Holz, Werkzeuge aller Art - und eine Vielzahl von Modellen, Entwürfen und Skizzen.

Ich wusste, dass er ein bekannter und gefragter Künstler war. Doch das Ausmaß, die Vielfalt und die Größe seines Werkes wurden mir erst später bewusst.

Julia van Wilpe, geb. Lettow

Werk und Archiv

Ein Werk in vielen Materialien.

Der Wirkungskreis des Künstlers reicht weit über die Grenzen Bremens hinaus. Seine großen religiösen und weltlichen Werke finden sich im gesamten norddeutschen Raum.

Man entdeckt darin den persönlichen Stil eines Bildhauers mit großer Begabung für Reliefs und einem außergewöhnlichen Verständnis für die Fernwirkung von Plastik im architektonischen Zusammenhang.

Mit großer Ausdruckskraft und handwerklichem Können arbeitete Lettow bis ins hohe Alter in verschiedenen Materialien: Ton, Holz, Stein, Keramik, Sgraffito, Emaille, Mosaik, Gips, Glas und Metall.

Die erhaltenen Gipsmodelle geben einen ungewöhnlichen Einblick in die Entstehung dieses Werkes. Der Nachlass Kurt Lettows enthält nahezu alle Arbeiten in Modellform.

Diese Modelle zeigen unterschiedliche Phasen: erste Entwürfe zu Komposition, Proportion und räumlichem Zusammenhang, aber auch Modelle, die mithilfe einer Punktiermaschine in Holz oder Stein übertragen wurden.

Fotografien, Skizzen und zahlreiche Dokumente machen den Weg vom Auftrag bis zur Ausführung nachvollziehbar und vermitteln einen Eindruck von den Bedingungen, unter denen Lettow arbeitete.

ReliefsPlastikenPortaleWandreliefsKirchenräumeSkizzenGipsmodelleDokumenteSgraffitoEmailleMosaikGlasMetall
Platzhalter für Arbeiten in Kirchenräumen02

Kirchenräume · Bremen und Norddeutschland

Sakrale Orte

Religiöse Arbeiten für Kirchenräume in Bremen und im norddeutschen Raum.

Platzhalter für Portale und Wandgestaltungen03

Portale · Öffentlicher Raum

Portale und Wandgestaltungen

Kunst im öffentlichen Raum, an Fassaden, Portalen und Wandflächen.

Platzhalter für Skizzen und Modelle aus dem Atelier05

Gipsmodelle · Entwurfsprozess

Modelle und Entwürfe

Gipsmodelle, Skizzen und Arbeitsmodelle aus dem Nachlass.

Platzhalter für Materialstudien und Werkstoffe06

Dokumente · Werkstoffe

Fotografien und Archiv

Dokumente, Fotografien und Spuren vom Auftrag bis zur Ausführung.

Seine Werke ziehen die Menschen durch ihren klaren, verinnerlichten Stil in ihren Bann.

Archiv öffnen

Das Buch

Kurt Lettow, Bildhauer, 1908-1992
Über die Grenzen Bremens hinaus

Aus der Suche nach den erhaltenen Werken entstand das Buch „Kurt Lettow, Bildhauer, 1908-1992. Über die Grenzen Bremens hinaus“.

Es umfasst 240 Seiten und 400 farbige Abbildungen und erschien begleitend zur Ausstellung „Nachkriegskirchenkunst Ästhetik: Lettow“ in der Kulturkirche St. Stephani in Bremen, die vom 7. Juni bis zum 26. August 2012 gezeigt wurde.

Das Buch dokumentiert das große christliche wie weltliche Werk Lettows im norddeutschen Raum und macht die Vielfalt seiner Materialien, Orte und Formen sichtbar.

Publikation ansehen

Die Ausstellung

Nachkriegskirchenkunst Ästhetik: Lettow

Vom 7. Juni bis zum 26. August 2012 wurde die Ausstellung „Nachkriegskirchenkunst Ästhetik: Lettow“ in der Kulturkirche St. Stephani in Bremen gezeigt.

Sie war dem Werk des Bremer Bildhauers Kurt Lettow gewidmet und wurde vom Team des Gerhard-Marcks-Hauses unterstützt, von Direktor Dr. Arie Hartog konzipiert und von der Kunsthistorikerin Rebekka Schwiddessen kuratiert.

Möglich wurde sie durch Pastor Achim Kunze, Projektleiter der Kulturkirche St. Stephani, und sein Team.

Sieben Originalwerke gaben einen Überblick über verschiedene Werkphasen von 1931 bis 1964. Ergänzt wurden sie durch zahlreiche Gipsmodelle und Arbeitsmodelle, die die Entwicklung des Bildhauers über fünf Jahrzehnte sichtbar machten.

Lettow steht für eine Generation von Künstlern, die in den vergangenen Jahrzehnten vielfach in Vergessenheit geraten ist.

Das wiederentdeckte Werk

Ich wusste, dass mein Vater ein bekannter und gefragter Künstler war und dass seine Arbeiten bewundert wurden.

Doch das Ausmaß, die Vielfalt und die Größe seines Werkes wurden mir erst bewusst, als er nicht mehr an unserer Seite war.

Heute betrete ich sein Atelier mit Andacht - und diese Andacht verwandelt sich bald in eine unstillbare Neugier.

Ich versuche, sein Werk zu erfassen, zu dokumentieren und sichtbar zu machen. Dabei wächst in mir eine tiefe Bewunderung für meinen Vater, den Künstler.

Julia van Wilpe, geb. Lettow
Tochter des Bildhauers

Kontakt

Informationen, Hinweise und Kommentare zum Werk von Kurt Lettow sind willkommen.

Prof. Julia van Wilpe, geb. Lettow
Architektin
Tochter des Bildhauers Kurt Lettow

jvjvanwilpe@gmail.com

www.juliavanwilpearquitecta.com

Costa Rica

Universidad Autónoma de Centroamérica, UACA
Apartado 373
6150 Santa Ana
Costa Rica

00506 22827575

Deutschland

Am Querkamp 59
28355 Bremen
Deutschland

0049 421 259408